Dispersionsfarbe oder Silikatfarbe: Welcher Anstrich eignet sich für meine Wand?

Tipp

Unser Ratgeber hilft weiter!

Trotz zahlreicher positiver Eigenschaften kommt Silikatfarbe für Anstriche im Innenbereich recht selten zum Einsatz. Stattdessen verwenden die meisten Heimwerker Dispersionsfarben, denn schließlich haften diese gut auf verschiedensten Untergründen. Aber was die Mehrheit tut, muss nicht unbedingt richtig sein. Wir erklären Ihnen, wann es sich empfiehlt, Silikatfarben zu verwenden, und für welche Einsatzbereiche Sie ruhig auf die häufig genutzte Dispersionsfarbe zurückgreifen können.

Silikat- und Dispersionsfarben im Vergleich: die wichtigsten Eigenschaften

Um besser zu verstehen, in welchem Fall sich Dispersions- oder Silikatfarben besser für einen Wandanstrich eignen, müssen Sie zunächst die wichtigsten Eigenschaften beider Arten von Farben kennen. Diese haben wir nachfolgend übersichtlich für Sie aufgelistet.

Eigenschaften von Dispersionsfarben

  • zähflüssig, mit Kunststoffen als Bindemittel
  • nur eingeschränkt diffusionsoffen (lassen Wasserdampf nur zum Teil durch)
  • gute Haftung auf zahlreichen Untergründen
  • Beständigkeit gegen Schimmel und Bakterien nur mit entsprechenden Zusätzen
  • neutraler pH-Wert
  • färben nicht ab
  • füllen kleinere Unebenheiten
  • kostengünstig

Eigenschaften von Silikatfarben

  • relativ dünnflüssiger Anstrich auf mineralischer Basis
  • komplett diffusionsoffen (durchlässig für Wasserdampf)
  • Haftung nur auf mineralischen Untergründen
  • durch hohen pH-Wert sowohl antibakteriell als auch schimmelresistent
  • wegen des hohen pH-Wertes ätzend, greifen Haut und Augen sowie Glas und empfindliche Oberflächen an
  • können abfärben
  • nahezu keine Füllwirkung
  • vergleichsweise hoher Preis

 

Einsatz unter Berücksichtigung der Eigenschaften

Die genannten Eigenschaften helfen Ihnen, zu entscheiden, für welche Zwecke und in welchen Bereichen Sie Silikatfarbe einsetzen sollten und wofür sich Dispersionsfarbe besser eignet. Wenn es zum Beispiel auf Diffusionsoffenheit ankommt, ist Silikatfarbe die bessere Wahl. Allerdings gilt das nur, wenn ein mineralischer Untergrund gestrichen werden soll - etwa der Putz in der Küche oder im Badezimmer, wo viel Wasserdampf entsteht.

Für Wände mit nicht mineralischen Untergründen, etwa im Wohnbereich, ist Dispersionsfarbe immer eine gute Wahl. Sie ist selbst in sehr guter Qualität relativ kostengünstig und lässt sich darüber hinaus hervorragend abtönen. Mit einem geeignetem Haftzusatz können Sie sie sogar auf mineralischen Untergründen verstreichen. Dabei müssen Sie allerdings beachten, dass deren Diffusionsoffenheit durch die Dispersionsfarbe vermindert wird. Gerade bei Außenwänden und im Bereich von Kältebrücken kann dadurch die Anfälligkeit für Schimmelbefall steigen. Dies lässt sich durch einen Anti-Schimmel-Zusatz für Dispersionsfarben vermeiden.

Mögen Sie es glatt oder rau?

Aufgrund ihrer mineralischen Basis führt ein Anstrich mit Silikatfarben zu einem eher rauen Untergrund, während mit Dispersionsfarbe gestrichene Wände wesentlich glatter sind. Die Waschbeständigkeit beider Anstriche ist übrigens deutlich eingeschränkt. Für Bereiche, in denen eine hohe Schmutzbelastung an Wänden zu erwarten ist, gibt es jedoch eine weitere Alternative: Latexfarben sorgen für sehr glatte Anstriche und sind außerdem problemlos abwaschbar und somit überaus hygienisch. Allerdings bieten sie keinerlei Diffusionsoffenheit. Für Küchen und Treppenhäuser können sie dennoch eine gute Wahl sein.